Alle wechseln zu LinkedIn - Hype oder Flucht?

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In letzter Zeit beobachte ich recht häufig Kontakte aus meinem XING-Netzwerk, die auf die Premium-Mitgliedschaft kündigen, auf Basis umschalten und gleichzeitig sich in Richtung LinkedIn verabschieden - weil da mehr los ist!

Auch ich mache mir Gedanken, wie sich die beiden Netzwerke entwickeln und warum gefühlt der Trend nur in eine Richtung, nämlich zu LinkedIn, geht. Ist es nur ein Hype? Gibt es echte Gründe? Nervt XING die Mitglieder mit den vielen tollen Änderungen, die teilweise nicht besonders userfreundlich sind?

Schauen wir uns die beiden Business-Netzwerke genauer an

Was ist gut auf LinkedIn und was gefällt auf XING?

Fangen wir beim größeren Anbieter aus den USA an. LinkedIn ist international, hat mehr als 500 Millionen Mitglieder, bietet unterschiedliche Mitgliedschaften an, je nach Ausrichtung (Premium, Career, Business; Sales, Mitarbeitersuche).

Die Preise reichen von 10,00 EUR für Premium bis 88,50 EUR pro Monat für Rekruiter Lite. Sonderpreise, wie sie für XING häufig angeboten werden , habe ich bisher nicht entdeckt. Mir gefällt es, einen Monat lang die unterschiedlichen Möglichkeiten auszuprobieren, bevor man sich fest bindet.

Ich habe zurzeit ein kostenloses Profil auf LinkedIn und entdecke bereits hier einige gute Bereiche, die ich nachfolgend beschreiben möchte.

Was geht in der kostenlosen Version auf LinkedIn?

1. Kenntnisse und Fähigkeiten bestätigen

Zunächst begeistert mich die Möglichkeit, meinen Kontakten Fähigkeiten und Kenntnisse zu bestätigen und damit deren Positionierung zu stärken.

Dafür suche ich auf der Profilseite des Kontakts nach der Übersicht „Kenntnisse und Fähigkeiten". Mit einem Klick auf ein + bestätige ich, dass mein Kontakt gute Kenntnisse in Excel oder Unternehmensführung oder Social Media hat.

Das Gleiche wünsche ich mir natürlich auch von meinen Kontakten. Umso höher die Zahl hinter einer Fähigkeit, umso besser für mein „Standing".
Kenntnisse und Fähigkeiten bestätigen

2) Kontakte um Empfehlung bitten

Referenzen von Kontakten, die mich kennen, die mit mir gearbeitet haben oder die mich z.B. in einem Vortrag erlebt haben, können mir Feedback geben. Ich schreibe den Kontakt an und bitte um eine Empfehlung. Die erhaltenen Empfehlungen sind prominent im Profil platziert.

Empfehlungen von Kontakten

3) Mit Fachartikeln als Insider*in auf LinkedIn hervorstechen

Ein weiterer Aspekt, der mit gut gefällt, ist das Schreiben und Veröffentlichen von (Fach-) Artikeln. XING bietet Beiträge von Insidern an. Dafür muss man sich allerdings besonders qualifizieren. Und nicht jeder kann Insider werden.

Auf LinkedIn kann ich mich selber als Insiderin mit einem Fachartikel vorstellen. Ich schreibe einen Beitrag, der nicht nur mein Netzwerk erreicht, sondern Interessenten auch außerhalb meiner Kontakte.

Auf LinkedIn steht dazu folgendes: „Ihre Artikel sollten Ihre Fachkenntnisse reflektieren. Artikel unterscheiden sich von Updates insofern, als dass sie ausführliche Beiträge sind, in denen Sie über gemeisterte Herausforderungen, ergriffene Chancen, oder wichtige Trends in Ihrer Branche schreiben können."

Ich veröffentliche regelmäßig meine Blogbeiträge, nicht nur mit einem Link, sondern als neugeschriebener Text - als Artikel auf LinekdIn.

Den Eintritt in den Artikel findet man auf der Startseite ganz oben. Schreiben Sie einen Artikel.

Mit einem Klick öffnet sich ein Publishing Menü, ein ausführliches Schreibmenü. Hier kann der Text eingegeben, formatiert und mit einem Bild versehen werden. Ist alles komplett, einfach mit Veröffentlichen der LinkedIn Welt zur Verfügung stellen.

Artikel bleiben dauerhaft im Profil stehen und können mit einem Klick angesehen werden. Beiträgeverschwinden nach und nach in einer langen Auflistung. So gehen wichtige Beiträge in der Übersicht leicht verloren.

Vorlage für einen Artikel auf LinkedIn

Was geht auf XING?

Ganz ehrlich - in der kostenlosen Basisversion nicht wirklich viel.

Ich kann optisch nicht viel von dem umsetzen, was XING mir bietet, kann die Namen der Profilbesucher nicht sehen und die Suchbegriffe unter Ich biete nicht analysieren und prüfen. Außerdem wird mir eine persönliche Nachricht bei Kontaktanfragen verwehrt, also eine leere Anfrage, die nicht besonders gut ankommt und den Adressaten dazu bringt, die Anfrage abzulehnen.

Für eine Premiummitgliedschaft verlangt XING zwischen 3,95 EUR bis 8,95 EUR pro Monat, je nachdem, ob es gerade ein Sonderangebot gibt.

1) Die Optik des XING Auftritts überzeugt

XING Visitenkarte und Profildetails zusammen mit dem XING Portfolio geben einen kompletten Überblick über Angebote und Dienstleistungen, auch für Angestellte, die nach einem neuen Job suchen. Fast wie eine kleine Homepage.

Dass es seit Jahren Probleme mit dem Aufbau der Kacheln im Portfolio gibt und sicher manchen Anwender entnervt hat, freut mich als XING Trainerin. Es kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Gedanke gut und die Umsetzung wirklich schlecht ist.

Die neue XING Visitenkarte mit der Möglichkeit einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, ist eine gute Neuerung und wird meines Erachtens noch zu wenig von den Premium-Usern genutzt. Ein schönes und aussagekräftiges Hintergrundbild, das Herausstellen mehrerer Berufserfahrungen und Ausbildungen zeigen auf den ersten Blick, wofür die Person steht und was sie kann. 

Dazu ein pfiffiger Spruch in der Statuszeile. Das sieht gut aus.

2) Tägliche Events auf XING

Wer das Glück hat in einer Großstadt wie Hamburg oder Berlin zu leben, findet jeden Tag mehrere Events auf XING zum Netzwerken, Lernen, Austausch, Kennenlernen usw. LinkedIn Events gibt es bisher nicht.

Business-Netzwerke wie XING oder LinkedIn sind gut geeignet, nach einem ersten Kennenlernen weiter digital vernetzt zu bleiben und über Posts, Nachrichten oder Eventeinladungen mehr voneinander zu erfahren.

Für mich gehören „echte" Kontakte zum guten und effektiven Netzwerken dazu und helfen mir, mein Netzwerk auszubauen und dabei selber bekannter zu werden.

Es ist wichtig, dass meine Kontakte wissen, was ich mache und mich bei Bedarf ansprechen oder empfehlen. Genauso kenne ich meine Kontakte so gut, dass ich sie auf Nachfrage ebenfalls empfehle oder auch selber nutze. 

3) XING Analytics - Analysiere Deine Suchbegriffe

Dieses hervorragende Premium-Handwerkzeug hilft dabei, die gefundenen Suchbegriffe unter Ich biete zu bewerten Änderungen vorzunehmen. Zusätzlich gibt es sogar Vorschläge, die die Häufigkeit in einer Suche aufzutauchen, erhöhen. Die Überschrift lautet: So werden Sie besser gefunden. Wirklich sehr hilfreich!

Zu diesem Thema habe ich einen Blogartikel veröffentlich, der hier nachzulesen ist.

XING oder LinkedIn - welches Netzwerk ist das richtige für mich?

Drei positive Eigenschaften von XING und LinkedIn habe ich oben aufgeführt. Darüberhinaus gibt es bestimmt noch viel mehr Gründe, die den einen oder die andere für oder wider entscheiden lassen.

Sei es, dass die passenden Zielgruppen mehr in dem einen Netzwerk vertreten sind, dass die Timeline auf LinkedIn anwendungsfreundlicher erscheint, als die neue Startseite auf XING oder ich nur Zeit für die Pflege eines Netzwerks pro Woche habe.

Ganz egal, wie Sie sich entscheiden. Prüfen Sie, wie Ihnen der Umgang mit dem Netzwerk gefällt, welche Gruppen Ihnen besser gefallen, für welches Netzwerk Sie Geld und Zeit investieren möchten. Und wo es mehr Spaß bringt zu interagieren. Das Ergebnis wird meiner Meinung sehr individuell ausfallen und nicht nur pro LinkedIn. 

Ich habe für mich entschieden, XING weiter treu zu bleiben, aber auch den Fokus intensiv auf LinkedIn zu setzen.

In beiden Netzwerken werde ich mein Profil anpassen und Beratung für LinkedIn UND XING anbieten.

Warum entscheiden Sie sich für XING oder LinkedIn? Welche Erfahrungen machen Sie? Was gefällt Ihnen und was nicht?

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare. 

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